Bericht der Geschäftsführerin

10 Jahre Interregionale Blutspende SRK

Rechtlich gesehen ist die Interregionale Blutspende SRK eine gemeinnützige Aktiengesellschaft, die Teil des Schweizerischen Roten Kreuzes ist. Aber über diesen formalen Rahmen hinaus ist die IRB vor allem ein von Menschen getragenes Unternehmen. Ein Unternehmen, das von gemeinsamen Werten, gemeinsamen Zielen und dem tiefen Wunsch geprägt ist, unserem Engagement einen Sinn zu geben. Jede und jeder hat seinen Beitrag geleistet und so gemeinsam zum Aufbau dieser Institution beigetragen.

Bevor eine Fusion ins Auge gefasst wurde, hatten die Regionalen Blutspendedienste Bern, Waadt und Wallis geplant, ihre IT-Systeme für die Verwaltung der Transfusionsaktivitäten zusammenzulegen. Dieses Projekt begann 2007. Es wurde beschlossen, eine neue Version für alle drei Dienste zu implementieren. So konnten die Kosten gesenkt und die Leistung erhöht werden, wobei das System von einem gemeinsamen technischen Team betreut wurde. Das Ziel bestand darin, die Parameter zusammenzuführen und die Daten der drei Dienste auf das neue System zu migrieren.

Ursprünglich als reines IT-Projekt angesehen, erwies sich das Vorhaben als komplexer als erwartet. Wir waren drei Regionale Blutspendedienste, die dieselben Tätigkeiten ausübten, jedoch mit unterschiedlichen Arbeitsprozessen, und der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Ausserdem mussten wir den internen Widerstand gegenüber Veränderungen berücksichtigen, einen Konsens finden, ein Klima des Vertrauens schaffen und Brücken zwischen den drei Regionen bauen. Nachdem diese Schritte abgeschlossen waren, konnte das neue IT-System in Betrieb genommen werden. Im Jahr 2011 wurde die neue gemeinsame Version innerhalb von fünf Monaten in den drei Regionen eingeführt.

Wir haben es geschafft und dabei gelernt, zusammenzuarbeiten. Eine wichtige Lektion!

Als sich die Teams während des Projektes besser kennenlernten, entstand eine weitere Idee: Warum nicht noch einen Schritt weitergehen? Eine Fusion ins Auge fassen? Zusätzlich zum IT-System für die Verwaltung der Transfusionsaktivitäten arbeiteten die drei Dienste auch bei vielen anderen Aktivitäten (Analysen, Archivierung, Kommunikation usw.) bereits zusammen.

Die Entscheidung zur Fusion wurde Ende 2013 offiziell getroffen, und am 1. Januar 2015 wurden die Regionalen Blutspendedienste Bern und Waadt zur «Interregionalen Blutspende SRK AG».
Der Regionale Blutspendedienst Wallis (RBSD VS) schloss sich am 1. Januar 2017 der IRB an. Die drei ursprünglichen Stiftungen wurden zu den drei Aktionären der IRB.

Eine Fusion lässt sich nicht einfach mit einem Zauberstab und der Unterzeichnung eines Vertrags bewerkstelligen. Der Prozess der Annäherung nahm viel Zeit und Energie in Anspruch. Es galt erneut, Brücken zwischen den drei Regionen zu bauen. Wir hatten uns dafür zwei Jahre Zeit gegeben und konnten die Fusion erfolgreich durchführen. Zu den grössten Herausforderungen gehörten die Zweisprachigkeit, die drei Kulturen, die Integration der Mitarbeitenden in das Changemanagement, die Harmonisierung der Sozial- und Lohnbedingungen, die Anpassung der Arbeitsprozesse.

In diesen zehn Jahren haben wir unzählige Abenteuer erlebt. Wir haben Prozesse angepasst, Projekte vorangetrieben, waren kreativ und haben Neues geschaffen: Das ist unser Alltag. Ohne das unermüdliche Engagement der drei Stiftungen und der Mitarbeitenden hätte diese Fusion nicht realisiert werden können. Unsere Lösung entspricht unseren Werten. Wir haben uns unseren visionären und innovativen Geist bewahrt, der die Grundlage unserer Projekte war und die drei Regionen miteinander verbindet.

Seitdem haben wir eine Muttermilchbank eingerichtet, neue Analysen und Verfahren getestet, Proben im Rahmen neuer Zelltherapien entnommen, mit dem Erythrozytenaustausch bei Erwachsenen und anschliessend bei Kindern begonnen, das Labor automatisiert, unsere Räumlichkeiten in Bern während des laufenden Betriebs renoviert, den Aufbau einer Kryobank initiiert und weitere Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Zusammenhang mit unseren Aktivitäten durchgeführt. Der Weg geht Schritt für Schritt weiter und orientiert sich an den Zielen der Fusion.

Für mich geht ein Kapitel zu Ende, und ich möchte mich ganz herzlich bei allen Blutspenderinnen und Blutspendern bedanken. Ich danke auch allen aktuellen und früheren Mitarbeitenden der IRB sowie allen Partnerinnen und Partnern für ihre konstruktive Zusammenarbeit.

Joëlle Vuignier, Geschäftsführerin

IN KÜRZE

9253 Neuspender:innen

69080 Laboraufträge Patientendiagnostik

82347 Vollblutspenden